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Nahwärmeversorgung und Erneuerbare Energien im Gebäudebestand

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Beschreibung

Grundlegendes Ziel des Forschungsvorhabens war, einen Weg aufzuzeigen, wie die Nahwärmeversorgung als Sprungbrett für die breite Nutzung der erneuerbaren Energien im Niedertemperatur-Wärmemarkt und dabei besonders zur Wärmeversorgung von Gebäuden stärker verbreitet werden kann. Der dafür gewählte interdisziplinäre Ansatz, der die Ausarbeitung tragfähiger technischer Konzepte sowie die Organisation und Moderation einer aktiven Bürgerbeteiligung in einem ausgesuchten Modellgebiet umfasste, sollte zeigen, wie eine breite Akzeptanz vor Ort erreicht und damit die Voraussetzungen für die Umsetzung und Realisierung der Nahwärmeversorgung geschaffen werden können.

Als regenerative Energiequellen für die Wärmeversorgung stehen langfristig die Solarstrahlung, die Geothermie und die Biomasse zur Verfügung.

Für die Anwendung in Nahwärmesystemen sind bislang die verschiedenen Techniken zur Biomassenutzung am weitesten entwickelt. Im Prinzip kann mit jeder der Verbrennungstechniken gleichzeitig Strom und Wärme bereitgestellt werden. Allerdings stand in den letzten Jahren die Stromerzeugung im Vordergrund mit der Folge, dass besonders bei Biogasanlagen und der energetischen Nutzung von Altholz fast nur Strom genutzt wurde und die zwangsläufig gleichzeitig erzeugte Wärme als Abfallprodukt behandelt und weggekühlt wird.

Die Tendenz, nur den Strom als Nutzenergie zu betrachten und die gleichzeitig entstehende Wärme als Abfall, kennzeichnete schon die Pionierphase der Entwicklung von Biogasanlagen, wobei es verständlicherweise während dieser Zeit noch das vorrangige Ziel war, funktionierende Fermenter und Biogasmotoren mit hoher Stromausbeute zu bauen. Seit Inkrafttreten des EEG und speziell seit der Novelle vom August 2004 kehrte sich diese Entwicklung jedoch nicht um, sondern wurde im Gegenteil noch verstärkt. Zum einen werden die in der Leistung stetig größer werdenden Biogasanlagen von den Landwirten bislang fast ausschließlich dort gebaut, wo es nur in geringfügigem Maße Wärmeabnehmer gibt. Zum anderen nimmt die Biogasnutzung am oberen Ende der Leistungsskala bereits so extreme Züge an, dass ganze Biogasanlagenparks bestehend aus 40 Einzelanlagen kommerziell geplant werden, bei denen die nachwachsenden Rohstoffe und die Gülle aus einem Einzugsgebiet mit einem Radius von 40 km antransportiert werden müssen. Das Ausmaß der gleichzeitigen Wärmenutzung bleibt nach den bisher vorliegenden Informationen allerdings im Unklaren. 27 Teile der überschüssigen Wärme sollen zur Herstellung von Düngemittel aus den Gärresten verwendet werden, Nahwärmeversorgung zur Gebäudeheizung ist offenbar nicht vorgesehen.

Ohne Zweifel ist es eine komplexe Aufgabe, eine Strom und Wärme liefernde Bioenergieanlage in ein Nahwärmesystem zur Wärmeversorgung von Siedlungen oder ganzen Ortschaften zu integrieren. Das BWPLUS-Forschungsvorhaben war geprägt durch den Versuch, einen Lösungsansatz dafür aufzuzeigen.

Metadaten

TitelNahwärmeversorgung und Erneuerbare Energien im Gebäudebestand 
Stand 2006 
Seitenzahl185 
Förderkennzeichen ZO3K23003

 

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