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Feinstaubbelastungen und deren gesundheitliche Wirkungen bei Kindern

Feinstaubbelastungen und deren gesundheitliche Wirkungen bei Kindern

Volltext

Beschreibung

Zur Charakterisierung der Partikelexposition von Kindern in Baden-Württemberg wurden im Zeitraum zwischen November 2001 und Mai 2002 an stationären Messstellen in Mannheim und im ländlichen Bereich um Aulendorf / Bad Waldsee die Konzentrationen von PM10 und PM2,5 (Tagesmittelwerte) in der Außenluft gemessen und in den gesammelten Stäuben verschiedene Staubinhaltsstoffe (BaP, Ruß, Schwermetalle u.a.) untersucht. Im gleichen Zeitraum wurden bei insgesamt 126 Kindern in Mannheim, Stuttgart, Kehl und Aulendorf / Bad Waldsee in den Wohnungen, vor den Wohnungen und in den Schulen PM2,5, Grobstab und verschiedene Staubinhaltesstoffe als Wochenmittelwerte bestimmt. In Mannheim und Aulendorf / Bad Waldsee wurde zusätzlich die Partikelanzahlkonzentration über einen Zeitraum von 8 Stunden registriert. Zur Erfassung möglicher gesundheitlicher Wirkungen wurde bei den Kindern über einen Elternfragebogen die Häufigkeit von Atemwegserkrankungen und Allergiern ermittelt sowie die Lungenfunktion, die Konzentration von endogen gebildetem Stickstoffmonoxid in der Atemluft, das Komplementprodukt C3c im Blut und die Sensibilisierung gegenüber Inhalationsallergenen (SX1-Test auf IgE-Antikörper im Blut) bestimmt.

Der Konzentrationsverlauf von PM2,5 in der Außenluft war über den gesamten Untersuchungszeitraum an allen Messstellen ähnlich, wobei die Höhe der PM2,5-Konzentrationen in Abhängigkeit von der Witterungslage in starkem Maße variierte. Im Mittelwert über 5 Monate unterschieden sich die Standorte nur wenig (Mannheim-Neckarstadt/West 22 µg/m³, Aulendorf 18 µg/m³). Deutlichere Unterschiede traten im Hinblick auf die Partikelanzahl und bei verschiedenen Staubinhaltsstoffen in der Außenluft von städtischen und ländlichen Gebieten auf. PM2,5-Partikel aus ländlichen Gebieten wiesen eine geringere Kapazität hinsichtlich der Bildung von OH-Radikalen in Gegenwart von H2O2 auf. Regionale Unterschiede ergaben sich auch hinsichtlich der in-vitro-Freisetzung von NO bei Inkubation mit Makrophagen bzw. Freisetzung von IL-8 bei Inkubation mit Vollblut.

Die in den Wohnungen der Kinder gemessenen Wochenmittelwerte von PM2,5 lagen im Schnitt deutlich über den Werten der Wohnumgebung und wiesen z.T. hohe Spitzenkonzentrationen von mehreren 100 µg/m³ auf; ein Zusammenhang mit den Außenluftkonzentrationen war nicht erkennbar. Als Einflussgrößen für hohe Partikelzahlen in Innenräumen erwiesen sich vor allem Rauchen, Kochen und Backen, die meist als kurzfristige Belastungsspitzen auftraten. Wesentlicher Einflussfaktor für hohe PM2,5-Belastungen in den Innenräumen war der Tabakrauch.

Bei den umweltmedizinischen Untersuchungen konnten keine Zusammenhänge zwischen der Partikelexposition und gesundheitlichen Effekten festgestellt werden. Unabhängig von der Partikelbelastung wurden bei den untersuchten Kindern aus Aulendorf / Bad Waldsee häufiger Asthma und Sensibilisierungen gegen Inhalationsallergene gefunden als bei den Kindern aus den anderen Regionen. Außerdem wiesen die Kinder aus Aulendorf / Bad Waldsee im Schnitt eine höhere NO-Konzentration in der Ausatemluft auf.

Metadaten

TitelFeinstaubbelastungen und deren gesundheitliche Wirkungen bei Kindern 
Stand 2004 
Seitenzahl132 
Förderkennzeichen BWB21007

 

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