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Vom Umwelt- zum Nachhaltigkeitsbericht - Anforderungen und Kriterien

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Beschreibung

Immer mehr Unternehmen erstellen Nachhaltigkeitsberichte oder öffnen ihre Umweltberichte für soziale Themen. Die Gründe dafür sind oft pragmatisch: Es wird immer schwieriger, neue Themen zu finden und das Interesse der Zielgruppen an den Umweltberichten zu erhalten. Außerdem prüfen Rankings inzwischen, ob sich das Unternehmen mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung auseinandergesetzt hat, und nicht zuletzt sind Nachhaltigkeitsberichte auch immer wichtigere Analyseinstrumente bei der Unternehmensbewertung an der Börse. Vor allem große Konzerne können sich kaum mehr dem Anspruch entziehen, sich mit dem Leitbild zu befassen. Viele haben dies auch erkannt. Die starke Präsenz der Privatwirtschaft bei dem Rio+10-Gipfel in Johannesburg im September 2002 sprach ihre eigene Sprache. Wer allerdings die Mühe und den Aufwand für die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts in Kauf nimmt, sollte sich genau überlegen, was das Ziel ist. "Handelt es sich bei dem Bericht lediglich um eine Green-Wash-Broschüre", so formulierte es ein Interviewpartner aus einer Nichtregierungsorganisation (NGO) im Rahmen des Projektes, aus dem dieser Leitfaden hervorging, "landet er gleich im Papierkorb". Damit wären Zeit und Kosten fehlinvestiert. Anders dagegen, wenn sich der Bericht als lesenswert erweist, eine ehrliche Selbstreflexion enthält und neben Chancen auch Grenzen für die Unternehmen in einer nachhaltigen Entwicklung aufzeigt: Dann wird er zum positiven Image Ihres Unternehmens beitragen.

Warum dieser Leitfaden?

Die Diskussion um Nachhaltigkeitsberichte hat das Anfangsstadium inzwischen hinter sich gelassen. Nicht nur für Umwelt-, sondern auch für Nachhaltigkeitsberichte liegen bereits erste Kriterien vor. Weltweite Beachtung hat vor allem die Global Reporting Initiative gefunden. Im Sommer 2002 veröffentlichte sie die "Sustainability Reporting Guidelines" als Ergebnis einer mehrjährigen Diskussion zwischen Wirtschaft, Behörden und NGO. Warum entstand jetzt ein weiterer Leitfaden? Liegen nicht schon genügend Kriterienlisten vor?

Dass der Leitfaden existiert, lässt die abschlägige Antwort bereits erahnen: Die Diskussion um den Beitrag von Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung ist noch lange nicht beendet. Im Gegenteil: Inzwischen steht sie an einem Punkt, an dem eine Rückbesinnung auf die zentralen Ziele der nachhaltige Entwicklung nötiger ist denn je. Denn das Leitbild läuft Gefahr, immer mehr an Konturen zu verlieren. Dafür spricht auch die Tatsache, dass immer öfter Konzepte wie Corporate Social Responsibility oder Corporate Citizenship mit dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung gleichgesetzt werden. Zwar gibt es weitgehende Überschneidungen, doch zielen diese Konzepte vielfach auf die Verbesserung der Lebensqualität in den Industrieländern oder sogar auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Europas ab. Stehen diese Ziele aber für eine nachhaltige globale Entwicklung?

Der vorliegende Leitfaden möchte deshalb einige Impulse für die weitere Debatte geben und

  • die ursprünglichen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung, den Schutz der Umwelt und der begrenzten natürlichen Ressourcen sowie ihre gerechte Verteilung in der Welt, wieder stärker in den Mittelpunkt stellen,
  • die Grenzen bei den sozialen Anforderungen an das Unternehmen enger ziehen, denn nicht alles, was sozial ist, hat auch einen Bezug zu den Zielen der nachhaltigen Entwicklung,
  • den Blick von der üblichen Dreiteilung in ökologische, soziale und ökonomische Kriterien stärker auf die Handlungsfelder und Einflussmöglichkeiten der Unternehmen in einem zunehmend globalisierten wirtschaftlichen Umfeld lenken,
  • statt einzelner sozialer oder ökologischer Aktivitäten des Unternehmens dessen wirtschaftliche Tätigkeiten und Strategien in den Vordergrund stellen.

Metadaten

TitelVom Umwelt- zum Nachhaltigkeitsbericht - Anforderungen und Kriterien 
Stand 2003 
Seitenzahl73 
Förderkennzeichen BWA20010

 

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