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Untersuchungen zur Ökologie von Pinus rotundata (Moor-Bergkiefer) im Südschwarzwald

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Beschreibung

In den Jahren 1998 bis 2001 wurde eine Untersuchung zur Ökologie der Moor-Kiefer (Pinus rotundata) im Südschwarzwald durchgeführt. Auslöser der Arbeit waren auffällige Absterbeerscheinungen der Moor-Kiefer sowie eine mangelnde Verjüngung in gestörten Hochmooren des Südschwarzwaldes und Vegetationsveränderungen v.a. in der Randzone gestörter Moore zu zwergstrauchreichen Fichten-Moorwäldern. Die Untersuchung wurde vergleichend in zwei gestörten Hochmooren (Steerenmoos u. Lindauer Moor) und einem sehr naturnahen Hochmoor (Ennersbacher Moor) durchgeführt. Die Untersuchungen ergaben einen Mg-Mangel und ein unausgewogenes Verhältnis der Nährstoffe in den Kiefernnadeln in der Randzone des Steerenmooses. Ein Eisenmangel der Nadeln ist in beiden gestörten Mooren wahrscheinlich. Daraus könnte die zu beobachtende Reduzierung der Nadeljahrgänge resultieren. Die Ergebnisse aus Ionenaustauschuntersuchungen im Torf bekräftigen den Mangel von Eisen und Magnesium. Damit kann nicht von einer allgemein günstigeren Nährstoffversorgung in den entwässerten Torfen ausgegangen werden. Eine deutlich erhöhte Verfügbarkeit wurde nur für Ammonium im Lindauer Moor festgestellt. In der Randzone beider gestörter Moore zeigte sich dagegen eine Versauerung des oberflächlichen Torfes der Randzone bei erniedrigten Wasserständen. Eine Hauptkomponenten-Analyse bodenkundlicher Daten weist auf eine Veränderung der ökologischen Gradienten vom Rand zum Moorzentrum in den beiden gestörten Mooren. Die Ergebnisse erlauben eine Eingrenzung der Ursachen der mangelnden Verjüngung gefährdeter und absterbender Populationen der Moor-Kiefer in der im Südschwarzwald auftretenden aufrechten Wuchsform. Hier tritt mit einer Absenkung des Wasserstandes eine Änderung der Wuchsform der Moor-Kiefer zu einem schlankeren Wuchs auf. Die junge Generation der Kiefern erleidet dabei eine starke Wachstumshemmung, wahrscheinlich aufgrund von labilen Sprossachsen und mechanischem Stress. Angesichts zusätzlicher Einschränkung der Primärproduktion durch Beschattung (Überschirmung) und eine hohe Kälteempfindlichkeit der Photosynthese ist die Moor-Kiefer nur zu minimalem Wachstum fähig und erreicht die Baumschicht nicht. Folglich kann sie sich in der Randzone der gestörten Moore gegen die Fichte nicht durchsetzen. Die erarbeiteten statistischen Verfahren zur Analyse von charakteristischer Wuchsform und Wachstum ermöglichen die Etablierung und Anwendung eines Diagnoseverfahrens zur Bewertung weiterer Populationen der Moor-Kiefer. Derzeit sind etwa 75 Bestände von Pinus rotundata im Schwarzwald bekannt, die in der Mehrzahl schützenswerte Lebensräume darstellen.

Metadaten

TitelUntersuchungen zur Ökologie von Pinus rotundata (Moor-Bergkiefer) im Südschwarzwald 
Stand 2002 
Seitenzahl138 
Förderkennzeichen PAÖN98003

 

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