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Kommunale Umweltbilanz am Beispiel der Güter Wasser und Papier für die Stadt Heidelberg

Volltext

Beschreibung

Es wurde geprüft, inwieweit sich Ansätze aus der Ökobilanzierung von Produkten und der Stoffstromanalyse von Betrieben auf regionale räumliche Systeme, speziell auf die Stadt Heidelberg, übertragen lassen. Die Methode der sogen. Stoffstromnetze wurde als eine mögliche und sinnvolle Beschreibungsart komplexer Stoffstromsysteme identifiziert, die durch ihren offenen Modellcharakter, ihre Modularität und die Möglichkeit zur Verknüpfung von Subsystemen besticht. Mit existierender Standardsoftware lassen sich entsprechende Modelle entwickeln, die die wesentlichen Stoffströme einer Stadt nach den wichtigsten sächlichen Beiträgen (z.B. Branchen) darstellen. Ziel ist dabei weniger die deskriptive Darstellung der Stoff-Ströme, als vielmehr das Modellverständnis für die Zusammenhänge der Stoffströme. Die Methode wurde auf zwei Fallbeispiele konkret für die Stadt Heidelberg angewendet. Zum einen wurde der Wasserhaushalt der Stadt modelliert. Für den geogenen Bereich wurde dazu auf bereits vorhandene Grundwassermodelle im Rhein-Neckar-Raum der TGU Koblenz zurückgegriffen und verschiedene Variantenberechnungen geeignet parametrisiert. Der anthropogene Bereich (Wasserbewirtschaftung, verbrauch etc.) wurde mit Daten aus der Stadtverwaltung, den Stadtwerken und Branchendaten abgebildet. Teilweise musste auf generische Daten mit bundesweiten Durchschnittswerten zurückgegriffen werden. Die modellmäßige Verknüpfung von geogenen und anthropogenen Subsystemen erwies sich als große Stärke des gewählten Ansatze. Andererseits wurde als Wirtschaftsgut „Papier" ausgewählt und eine Art städtische Papierbilanz erstellt. Die Datenlage hierzu erwies sich als ausgesprochen schwierig. Konkrete Angaben lagen nur für den Entsorgungsbereich vor. Generische branchenbezogene Daten führten sogar zu Artefakten, da Heidelberg zwar ein umfangreiches Verlagswesen, aber kaum Papierverarbeitung (Buchproduktion) hat. Es zeigte sich, dass grundsätzlich Modellansätze zur Verfügung stehen, auch ein so komplexes System wie eine Stadt in seinen Stoffströmen abzubilden. Genaue und detaillierte Güterbilanzen scheitern jedoch an der schlechten Datenlage bzw. bedürften eines großen empirischen Aufwandes, der in keinem Verhältnis zu dem Erkenntnisgewinn und den Einflussmöglichkeiten auf kommunaler/ regionaler Ebene steht. Die Hoffnung, regionale Umweltbilanzen als umfassendes Planungstool für nachhaltige Entwicklung in der Region einzusetzen, erfüllte sich somit nicht.

Metadaten

TitelKommunale Umweltbilanz am Beispiel der Güter Wasser und Papier für die Stadt Heidelberg 
Stand 2000 
Seitenzahl86 
Förderkennzeichen PAÖW98002

 

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