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Ermittlung der Wildbienenarten als Bestäuberpotenzial von Streuobstwiesen und Entwicklung eines speziellen Maßnahmenkonzepts zu ihrer dauerhaften Förderung

Ermittlung der Wildbienenarten als Bestäuberpotenzial von Streuobstwiesen und Entwicklung eines speziellen Maßnahmenkonzepts zu ihrer dauerhaften Förderung

Volltext

Beschreibung

Streuobstwiesen gehören zu den wichtigsten Lebensräumen für Wildbienen in Baden-Württemberg. Dies zeigt die Untersuchung von 17 verschiedenen Streuobstwiesen im Land sowie die Auswertung vorhandener Daten. Über 200 Wildbienenarten, das sind ca. 40 % des gesamten Arteninventars von Baden-Württemberg, wurden in Streuobstwiesen gefunden. Vom Nektar- und Pollenangebot der blühenden Obstbäume und der Kräuter in den Streuobstwiesen profitieren auch 47 bundes- oder landesweit gefährdete und 20 rückläufige Bienenarten. Viele dieser Arten sind hinsichtlich ihrer Nahrungs- und Nisthabitate besonders anspruchsvoll.

In Baden-Württemberg gehören mehr als 60 Bienenarten zur Gilde der Blütenbesucher von Apfel, Birne und Steinobst. Neben der Honigbiene sind vor allem Hummeln, Sand- und Mauerbienen von besonderer Bedeutung als Obstbaumbestäuber. So belegen Pollenanalysen, dass insgesamt 46 Wildbienenarten an Obstbäumen Pollen sammeln.

Um einem weiteren Rückgang von Bienenarten und damit verbunden einer Reduktion des Bestäuberpotenzials in Baden-Württemberg vorzubeugen, werden gezielte Vorschläge zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Wildbienen gemacht.

Vorrangiges Ziel ist, auch nach dem Verblühen der Obstbäume Nahrung für Wildbienen zur Verfügung zu stellen. Daher sollten die Streuobstwiesen nicht vor Mitte Juni gemäht werden. Wichtig ist dabei, die Mahd zeitlich zu staffeln oder kräuterreiche Mähinseln zu belassen, so dass kein totaler Nahrungsverlust entsteht. Das Mähgut muss immer abgeräumt werden. Auf eine Düngung sollte verzichtet werden. Stark vergraste Wiesen können durch eine Übersaat mit gebietsheimischen Wildkräutern aufgewertet werden.

Die natürlichen Nistplätze von Wildbienen im Bereich von Streuobstwiesen sind zu erhalten und zu fördern. In jungen Obstbeständen kann das Ausbringen künstlicher Nisthilfen als Ergänzung sinnvoll sein. Allerdings nisten die meisten Wildbienenarten im Boden.

Von den Maßnahmen zum Wildbienen-Artenschutz profitieren auch viele andere Blütenbesucher wie Schmetterlinge, Schwebfliegen und Käfer. Daher sind der Bestandsschutz von Streuobstwiesen sowie deren wildbienengerechte Pflege für den Erhalt der Biodiversität in unserer Kulturlandschaft unverzichtbar.

Metadaten

TitelErmittlung der Wildbienenarten als Bestäuberpotenzial von Streuobstwiesen und Entwicklung eines speziellen Maßnahmenkonzepts zu ihrer dauerhaften Förderung 
KurztitelWildbienen als Bestäuberpotenzial von Streuobstwiesen 
KommentarAuftraggeber: LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg

Auftragnehmer: Büro für Entomoligie + Ökologie

Gefördert von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg  
VersionEndbericht 
Stand 2012 
Seitenzahl165 

 

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