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ZBer2016 Repräsentative Erfassung der Emissionen klimarelevanter Gase aus Mooren Baden-Württembergs (EmMO)

Volltext

Beschreibung

Im Forschungsvorhaben werden seit 2012/2013 intensive Messkampagnen in den Regionen Oberschwaben (Federsee-Ried, Pfrunger-Burgweiler-Ried) und Oberrheingraben (Graben-Neudorf) durchgeführt.

Im Arbeitsgebiet Graben-Neudorf wurden die Emissionsmessungen an bereits bestehenden Messstandorten mit der Kammermethode fortgeführt, wobei der bisherige Niedermoor-Standort im Wald ab 2013 durch zwei neue Standorte auf überdecktem Niedermoor ersetzt worden ist. Seit Dezember 2013 werden an einem der Standorte die CO2-Flüsse zusätzlich mit der Eddy-Kovarianz-Methode bestimmt. Durch die zeit-und arbeitsintensive Integration von im Rahmen eines vorausgegangenen Projektes erhobenen Daten stehen für die Niedermoor-und Anmoorstandorte nach Aufarbeitung und Qualitätsprüfung CO2-, N2O-und CH4-Flüsse für einen 5-jährigen Zeitraum zur Verfügung. Die Bilan¬zierung der Treibhausgase (THG) für die Jahre 2010 bis 2014 hat in allen Fällen positive Werte (Emissionen) ergeben, die zwischen 6,9 und 86,2 t CO2-Äq. (berechnet mit GWP100) pro Hektar und Jahr liegen. Die THG-Flüsse werden von den CO2-Flüssen und den C-Exporten dominiert. Die N2O¬Flüsse tragen interannuell sehr stark schwankend zu den Gesamtflüssen bei, der Beitrag der CH4¬Flüsse ist vernachlässigbar. Hinsichtlich der Bodentypen und der Nutzung ergibt sich ein uneinheitliches Bild, das sich nicht leicht interpretieren lässt.

Im Arbeitsgebiet Pfrunger-Burgweiler Ried wurden im Jahr 2013 fünf Standorte, die das regionalspezifische Muster aus Bodentyp, Nutzung und Vernässungsgrad repräsentieren, für die Messung der THG-Flüsse mit der Kammermethode instrumentiert. Die Methanflüsse zeigen eine ausgeprägte jah¬reszeitliche Dynamik, die hauptsächlich vom Grundwasserstand und der Bodentemperatur bestimmt wurde. Besonders hohe Methanemissionen traten bei Überstau bei ansteigenden Bodentemperaturen im späten Frühjahr 2013 und im Spätsommer 2014 auf. Auf den Standorten Beweidetes Extensivgrünland (IV) und Seggenried (V) gingen die Methanemissionen kontinuierlich bis 2015 zurück. Die Lachgasemissionen folgten einem anderen jahreszeitlichen Verlauf: Sie hatten ihr Maximum erst bei hohen Bodentemperaturen und abnehmendem Grundwasserstand. In der Summe der drei Treibhausgase mit dem C-Export stehen die drei extensiven Standorte III bis V im zweiten Messjahr als die geringsten Emittenten da.

Im Arbeitsgebiet Federsee-Ried werden seit März 2013 die CO2-und CH4-Flüsse eines Schilfstandorts auf Niedermoor mit der Eddy-Kovarianz Methode gemessen. Die Flüsse zeigen eine ausgeprägte tages-und jahreszeitliche Dynamik, die auf die wichtige Rolle des Schilfröhrichtes für die Aufnahme (CO2) und den Transport (CH4) der Treibhausgase hinweisen. 2013 war der Standort eine Kohlenstoffsenke und insgesamt (CO2 + CH4) annähernd klimaneutral. 2014 zeigte er sich infolge der deutlich höheren Temperaturen und des niedrigen Grundwasserstands als Kohlenstoff-und THG-Quelle.

Metadaten

TitelZBer2016 Repräsentative Erfassung der Emissionen klimarelevanter Gase aus Mooren Baden-Württembergs (EmMO) 
Stand 2016 
Seitenzahl20 
Förderkennzeichen BWM11001
BWM11003
BWM11005

 

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