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Ressourcenökonomische Herausforderung für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg

Volltext

Beschreibung

Während die Bedeutung energetischer Rohstoffe für die Funktionsfähigkeit von Volkswirtschaft spätestens seit der Ölkrise der 1970er Jahre allgemein bekannt ist, hat der Aspekt der Versorgung der Wirtschaft mit nicht‐energetischen Rohstoffen lange Zeit zu wenig Beachtung gefunden. Dies hat sich in den letzten Jahren geändert, nachdem bei einzelnen nichtenergetischen Rohstoffen die Preise massiv gestiegen sind und darüber hinaus das Risiko von Lieferengpässen deutlicher geworden ist. Im öffentlichen Blickfeld stehen dabei insbesondere so genannte "kritische Rohstoffe", zu denen auch die prominenten "Seltenen Erden" gezählt werden. Ob ein Rohstoff als "kritisch" eingestuft wird, muss nicht notwendigerweise mit seiner mangelnden geologischen Verfügbarkeit zusammenhängen. Die Kritikalität kann sich auch daraus ergeben, dass sich der Abbau des betreffenden Rohstoffes auf instabile Länder bzw. wenige Unternehmen konzentriert oder sich die Abbaumenge noch nicht an eine gestiegene Nachfrage angepasst hat.

Die entsprechenden Zusammenhänge sollen anhand des bereits erwähnten Beispiels der Seltenen Erden deutlich gemacht werden.3 Seltene‐Erden‐Rohstoffe gehen in eine Vielzahl moderner hochwertiger Güter ein. Sie stecken etwa in PC‐Festplatten, Handys, Plasmabildschirmen und Elektromotoren. Gleichwohl haben die westlichen Industrieländer die strategische Bedeutung dieser Rohstoffe für ihre Volkswirtschaften lange Zeit verkannt. Heute ist man nun mit der Situation konfrontiert, dass China mit 97 Prozent der weltweiten Produktion bei diesen Rohstoffen quasi eine Monopolstellung innehat und diese Marktmacht mit Preiserhöhungen und Lieferdiskriminierungen auch ausnutzt. Sollte es im Zuge einer verschärften strategischen Handelspolitik bei diesen Rohstoffen zu Lieferausfällen kommen, könnte es in zentralen Hochtechnologiebranchen der westlichen Industrieländer zu massiven Produktionsstörungen kommen.

Das Risiko übermäßig steigender Preise und potenzieller Lieferausfälle stellt nicht nur bei Seltenen Erden, sondern auch bei anderen wichtigen nicht‐energetischen Rohstoffen, gerade auch den Wirtschaftsstandort Baden‐Württemberg mit seinem überdurchschnittlich hohen Industrieanteil vor besondere Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende Studie mit der für Baden‐Württemberg und für Deutschland als Ganzes gegebenen rohstoffökonomischen Datenlage soweit es den Bereich der nicht‐energetischen Rohstoffe betrifft. Dabei geht es darum, zu prüfen, welche Daten zu diesem Themenkomplex öffentlich zugänglich sind.

Durch die Auswertung entsprechender rohstoffökonomischer Datensätze kann zum einen festgestellt werden, welche Daten verfügbar sind; zum anderen lassen sich damit auch möglicherweise vorhandene "Datenlücken" identifizieren. Dabei wird jeweils zwischen der Situation auf der baden‐württembergischen Landesebene und der Bundesebene unterschieden. Aufbauend auf der Identifizierung entsprechender Datenlücken werden im zweiten Teil dieser Studie Optionen erörtert, auf welchem Wege die betreffenden Lücken zukünftig geschlossen werden könnten. In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob bereits vorhandene amtliche Erhebungen in geeigneter Weise erweitert werden könnten, so dass diese zukünftig auch rohstoffökonomische Sachverhalte erfassen. Zentral ist dabei das rohstoffökonomische Anliegen, nach der Verfügbarkeit von Daten zum sektoralen Rohstoffverbrauch, weil sich der Wert eines Rohstoffes danach bemisst, welche Wertschöpfung mit diesem realisiert werden kann. Insofern sollte eine datenbezogene "Verknüpfung" zwischen dem Rohstoffverbrauch und dem damit verbundenen Wertschöpfungspotenzial angestrebt werden - und dies ist am ehesten möglich, wenn nach Wirtschaftssektoren bzw. Branchen differenzierte Rohstoffverbrauchsdaten vorliegen.

Metadaten

TitelRessourcenökonomische Herausforderung für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg  
Stand 2013 
Seitenzahl73 
Förderkennzeichen L7512007

 

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